Hallo,

 

als stiller Mitleser dieser Seite will ich erstmal mein Lob dazu aussprechen und nun auch zur Sache kommen:

 

Ich bekam Juni 2007 meine ersten beiden Zwergkaninchen, Blacky und Fini, aus dem Tierheim. Soweit so gut.
Blacky starb jedoch schon Dezember 2007 an bis heute ungeklärter Ursache (ich gehe davon aus, dass er einfach einen Herzinfarkt hatte) und so holten wir uns Januar 2008 aus dem Tierheim Blacky II und Tinky (geb. Juni 2006). Die beiden waren eine typische Kinderzimmerlebendplüschtierblitzidee gewesen und stammten aus einer Zoohandlung, das konnten uns die Tierheimmitarbeiter versichern. Oh, hätte ich mit meinen 11 Jahren doch ab dem Punkt nur nein gesagt...


Absurder Weise biss auch Fini Februar 2008 (sie war einfach alt) ins Gras und so waren es wieder 2 Kaninchen. Tinky war ihr Leben lang ne ziemlich asoziale Zicke, aber dazu später mehr.


Ich aber gebe ganz ehrlich zu, Blacky II war das niedlichste und anhänglichste Kaninchen, was ich je gesehen habe! Ich hab ihn wie noch kein Kaninchen zuvor geliebt, er hat mich abgeschleckt, ließ sich streicheln, kam angehoppelt... Ganz ehrlich, vom Charakter war der absolut top und bis heute selbst meinen Eltern unvergesslich.


Tja. Das ging alles gut bis Oktober 2008. Ich war grad 12 geworden und Blacky... Joa, auf einmal gings dann voll ab! Plötzlich wurden seine Zähne komisch. Er klaperte mit den Zähnen, fraß nicht mehr. Ab zum Tierarzt. Tierarzt macht Zähne wieder grade. Und das alle zwei Wochen. Das ging verdammt ins Geld, meine Eltern waren alles andere als begeistert.


Dann ging das alles ne Weile bis sich Zysten bildeten. Der Eiter musste teilwese alle paar Tage rausgeholt werden, Blacky wurde ein Backenzahn gezogen (teuer, teuer...) und so wirklich hörte es nie auf zu eitern. Der arme Kerl sah aus wie ein Hamster );


Ich mit meinen 12 Jahren war natürlich bis zum bitteren Schluss voller guter Dinge und dachte in meinem Jugendlichen Enthusiasmus tatsächlich, dass er es schaffen würde. Ich hab ihn einfach zu sehr geliebt als ihn gehen lassen zu wollen und meine Eltern wussten das. Dass eine Zahnfehlstellung natürlich nicht heilbar ist war mir nicht klar.


Doch all das half nichts und als mitte März 2009 nach fast einem halben Jahr, die Tierärztin dann meinte, dass der Eiter und die Zysten auf die Wirbelsäule übergehen und sie Blacky nochmal operieren lassen würde, war es meinem Vater endgültig zu viel. Blacky wurde unter Rotz und Tränen eingeschläfert, mit grade mal 2 3/4 Jahren und ich weiß heute, dass ich es schon viel früher hätte tun sollen. Ich schäme mich bis heite dafür, dass er so leiden musste nur weil ich vor lauer Liebe die Realität ausgeblendet habe. Das alles ging mir damals echt extrem auf die Psyche, in dem Alter war ich sowieso ziemlich empfindlich.


Nun aber zu Tinky.


Das positive an der kleinen Dame war, dass sie wirklich NIE krank war, in ihren fast 8 Jahren kein einziges Mal! Aber ihr Charakter war... unter aller Sau. Ich denke auch, dass sie sehr schlecht sozialisiert wurde, anders kann ich mir ihre einzelgängerische, reizbare Haltung nicht erklären. Sie hat immer gleich geknurrt wenn man ihr zu nah kam und manchmal konnte sie auch ziemlich zwicken - aber ich hab ihr natürlich alles verziehen.


Tinky wurde letzten Endes fast 8, was nicht wirklich alt aber auch nich mehr jung ist. Man merkte ihr das Alter an.


Ich hab mir wie ich älter wurde natürlich immer mehr Wissen angelesen zu Kaninchen und mich auch lang und breit mit falscher Zucht usw. beschäftigt, da es mich, auch nach Jahren, noch immer beschäftigt hat, warum Blacky II diese Zahnfehlstellung hatte. Tja, da ich ja wusste dass er aus der Zoohandlung kommt und ich auch so einiges dazu gelesen habe, war mit schnell klar warum der Wahnsinn wohl begann. Inzucht, züchten mit kranken Tieren, all der Spaß kann die Gene des Kleinen mit dieser Bürde belegt haben.


Blacky war wirklich das kränklichste Tier was ich je hatte und ich hatte neben meinen ersten 4 Kaninchen nochmal 4 weitere. Diese waren alle sehr viel gesünder und sind auch viel älter geworden als er, er ist einfach das perfekte Beispiel für 'ne verschissene Zucht.

 

Schön, das wars jedenfalls zu meinen Zoohandlung-auf-Umwegen-Kaninchen.

 

Nun zu Maya. Ein Roborowski-Zwerghamster mit ganzen 20 Gramm Kampfgewicht, geboren ca. September 2014.
Ich war im November 2014 im D***** in Böblingen unterwegs weil ich mir Orchideen kaufen wollte und ich konnte nicht anders, ich MUSSTE zu den Tieren. Fehler.


Ich hing grade vorm Rattenkäfig (circa 14 Ratten auf 50x50 cm Glaskasten, relativ saubere Sägespäne, ein Häuschen, Futterschale, Trinkflasche und sonst NICHTS) rum, als mein Blick zu den Roborowskis glitt. Ich hab die noch nie gesehen und war begeistert. Einer der Hamster war jedoch VIEL größer als alle anderen. Ich frag ganz lieb "Ist das die Mama?" und man antwortet nur "Ne, die is nur schon älter, die wachsen schnell." Ich: "Oh, kommt die nicht weg?" Antwort: "Anscheinend nicht." Ich bekam schon so ein gaaanz flaues Gefühl im Magen, dachte an Lebendfutter und all diese Dinge die mit alten Tieren in Zoohandlungen passieren und stellte die Frage aller Fragen: "Was passiert denn mit den großen? Die werden doch schon weiterverkauft oder was macht man da? Stimmt es dass die großen Tiere zu Lebendfutter für Schlangen und so werden?" - "Äh, je nach dem. Wir sehen ja nicht wer die Tiere kauft." Man muss dazu sagen: Auf Nachfrage sagte man mir dass die große billiger sei als die kleinen (die große für 5, die kleinen für 15 Euro). Ich hab schon voll die Panik um die Kleine und überlege ernsthaft sie mir zu holen, als im Gehege nebenan ein Mitarbeiter einen Dschungarischen Zwerghamster mit einem kleinen KÄSCHER aus dem Gehege nimmt. Grund: Ja die beisen total. Ganz ehrlich, ein Käscher, geht das nicht auch anders? Währenddessen sind vor dem Kaninchengehege (vll 80x60 cm, mehr nicht pro Kasten (waren nach Geschlechtern getrennt und daher ganz allein pro Kasten)) eine Frau, ihre ca. 14 Jahre alte Tochter und eine Bekannte und dieses Mädchen heult fast weil die apathischen Kaninchen soooooo süß sind und sie so gerne eins hätte. Mir dreht sich alles um, da ich weiß wie die Langohren drauf sind (hab inzwischen in den Jahren so meine Erfahrungen gemacht) und das Mädel fängt an irgendwas von Käfig und einzelnes Kaninchen usw. zu reden. Da kam auch gleich ein Verkäufer angelaufen und empfielt die tollsten Dinge, Käfig, eins reicht wenn man sich damit beschätigt und das und das Trockenfutter. Zum Glück war die Mutter so kompromisslos und is da hart bei ihrem "nein" geblieben. Die Kaninchenkästen waren auch, obwohl da pro Kasten nur 1 Tier saß, viel schnutziger und verpieselter als die Rattenkäfige, ich denke die Kaninchen waren am dreckigsten. Allein schon die Tatsache dass über den Käfigen von denen mehr Fliegen (IM NOVEMBER) rumgeschwirrt sind als bei meinen Kaninchen draußen im Hochsommer, spricht für die Reinlichkeit des Glaskastens -.-


Aber ich kam einfach nicht von dem großen Roborowski-Zwerghamster weg. Ich habe also dem am sympathischst wirkenden Verkäufer folgenden Vorschlag gemacht: Ich kaufe Zeug in nem gewissen Wert ein und der 5-Euro-Hamster wird mir geschenkt (ich wolte ums verrecken nichts für sie zahlen, ich wollte nicht dass die an der Kleinen auch nur 1 Cent verdienen).


Das hat auch tatsächlich geklappt, ich war total erstaunt! Im Nachhinein denk ich aber ich hatte einfach Glück.


Tja, jetzt hab ich Maya eben und ich muss sagen, dass ich auch das Glück hatte kein krankes, schwangeres oder gestörtes Tier zu bekommen. Glück wohlgemerkt!


Das einzige was mir auffiel ist, dass Maya als sie in ihr jetziges großes Gehege kam, total apathisch und überfordert mit all dem Platz war. Auch Frischfutter fand sie anfangs total langweilig und sie ist teils auch nur verängstigt in einer Ecke gesessen und hat sich gar nicht so wirklixh getraut woanders als in ihrem Laufrad rumzurennen. Hat wirklich lang gedauert, bis sie sich an ihre Freiheit gewöhnt hat.

 

Tja, das war dann meine Erfahrung mit Zoohandlungen... Tiere aus schlechter Zucht, winzige Glaskästen und Kompetenz, dass es einem die Nackenhaare zu Berge stehen lässt!


LG
Eva

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