Dieser Bericht handelt von meinem ersten Hamster. Die Vorgeschichte ist aus zweiter Hand (1:1 nacherzählt), denn ehe die kleine Dame bei mir einziehen konnte hat sie schon einiges durchgemacht.

Mein Cousin stellte eines Tages die Frage, die wohl jedes Kind einmal stellt: "Mama, darf ich einen Hamster?"
Der erste Weg führte ihn und seine Mutter in die Zoohandlung. Ein Buch wurde gekauft, der Sohnemann las sich ein und eine knappe Woche später fanden sie sich wieder dort ein.

Man verliebte sich in einen Zwerghamster.
"Was für eine Rasse ist das?" wurde gefragt. Zumindest diese Frage konnten sie beantworten.
"Roborowoskis"
Als Haustier für ein Kind war natürlich ein weiterer Punkt wichtig:
"Werden die denn auch handzahm?"
"Ja natürlich", zum Beweis steckte der Verkäufer die Hand in einen 40x30-Glasbehälter, in dem sich ein Robo-Pärchen und ihr Nachwuchs tummelte. Einen Augenblick später wuselten bereits einige Jungen auf seiner Hand herum- wie denn auch nicht, wo man doch vor lauter Hamster den Boden nicht sah.
Überzeug wurde ein Hamster ausgesucht und in die Transportbox gesetzt.
"Wollen Sie nicht noch einen zweiten?", fragte der nette Verkäufer. "Die vertragen sich zu zweit auch"
Zum Glück haben sie sich für keinen zweiten entschieden... Und weiter gehts zum Käfig.
"Was für einen  empfehlen Sie denn?"

Der Verkäufer ließ kurz seinen Blick über die Preisschilder gleiten, deutete dann auf einen mit blauer Unterschale, bunten Leitern und kompletter Plastikeinrichtung.
"Diesen hier", sagte er bestimmt und klopfte bestätigend darauf, so dass das Gitter ein Klirren von sich gab. "Sehen Sie, da ist schon die gesamte Einrichtung drin"

Wenig überzeugt meinte der Sohnemann: "Aber ist der nicht doch ein wenig klein...?"
Der Verkäufer lachte. "Das ist doch so ein kleines Tier. Und schau mal, er kann da am Gitter hochklettern und-"
Am Ende nahmen sie einen 60x40-Gitterkäfig, einen Roborowski Zwerghamster, Streu, einen Salzleckstein (Mit viiiiielen Vitaminen) und das erstbeste Futter mit nach Hause.

Drei Wochen später. Der Hamster ist nicht handzahm, der Sohnemann frustriert, die anfängliche Freude ist verflogen und das Ausmisten muss die Mutter übernehmen.

Abgeben? Tierheim ist schon ein wenig herzlos, nicht? Vielleicht findet sich ja jemand in der Verwandtschaft...

Und sie fanden mich.

Ich hatte noch keinen Hamster, allerdings hatte ich mich für den Fall der Fälle informiert, im unabhängigem Internet. Zeit hatte ich, wollte ein Beobachtungs- kein Streicheltier und so entschied ich mich schnell dafür, der kleinen Unglücksdame ein neues Zuhause zu geben.

Zum Hamster gab es den Minikäfig, das Hamsterbuch und eine gehörige Portion Ungläubigkeit.
Kurz darauf der große Umbau.

Ich bestellte einen Holzkäfig mit hoher Einstreumöglichkeit, baute in der Übergangszeit ein Gehege um den Miniknast und musste feststellen, dass der Hamster völlig verängstigt war. Sie kam nur raus, wenn völlige Ruhe und Dunkelheit herrschte. Frischfutter war ihr fremd, Mehlwürmer hatte sie im Leben noch nie gesehen.

Bis der neue Käfig eintraf inspizierte ich das Hamsterbuch- fand 30 Fehler auf knapp 60 Seiten, Großteils vielen ganze Passagen meiner Korrektur zum Opfer. Apropos. Es schockierte mich, dass man sich gerade auf so etwas offizielles wie Bücher nicht verlassen konnte. Im Internet die Erfahrungsberichte zu lesen war ja gut und schön, aber wenn man es selbst erlebt lässt es einen ganz anders nachdenken.

Besonders trafen mich die Aussagen, die die Leute, die auf diesen Betrug hereingefallen waren, mehr verurteilten als sie aufzuklären.

Es folgten ein Umzug in ein 3-Quadratmeter-Gehege, schließlich nahm sie das Frischfutter an und in ganz, ganz kleinen Schritten wurde sie selbstbewusster.

Wir verbrachten etwas mehr als ein halbes Jahr, in den letzten Wochen unserer Zeit krabbelte sie zum ersten Mal auf meine Hand, ein Vertrauensbeweis den ich zu schätzen wusste.

Und eines Nachts fand ich sie- zitternd und krampfend in ihrem Häuschen. Aufgelöst fuhren wir, mitten in der Nacht, zum Nottierarzt, der aber nicht mehr tun konnte als ihr beim Einschlafen zu helfen.

So schwer es mir auch fiel, aber ich wollte wissen, was genau letztendlich an ihrem frühzeitigem Tod Schuld war. Bei der Obduktion kam heraus, dass einige ihrer Organe zu klein waren oder Fehlbildungen aufwiesen.

Der Tierarzt war sehr überrascht, dass sie es überhaupt auf ein gutes Dreivierteljahr geschafft hatte.


Mittlerweile verbreite ich stark im Bekanntenkreis und in mehreren Forum meine Erfahrungen und bin so froh, immer wieder Leute überzeugen zu können und Gleichgesinnte zu treffen.

Alles Gute und steigende Besucherzahlen für die Website!

Liebe Grüße,
Marabeth

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