Bedingt durch die Herkunft lernen Zooladentiere den Menschen als rücksichtsloses, grausames Monster kennen, das ihnen Leid und Schmerzen zufügt. Werden sie angefasst, werden sie in der Regel an den Gliedmaßen (Schwanz, Füße) hochgehoben oder falsch in der Nackenfalte gepackt, was alles große Schmerzen hervorruft.

Nach kürzester Zeit schlussfolgern viele Tiere: "Wenn ich zubeiße, lässt der Mensch mich in Ruhe."

Was beim neuen Besitzer, nach dem Kauf, wirklich ganz schlecht ist. Denn auch dort wendet das Tier dieses Fazit an - und beißt, sobald man sich ihm nähert.

Es gibt zwei Arten von Zooladentieren:

• Die Ergebenen
Die Tiere ergeben sich in ihr Schicksal, haben vor allem Angst, machen sich aber einfach nur klein und versuchen, unsichtbar zu sein. Vertrauen zu ihnen aufzubauen, sie zahm zu bekommen, ist schwer - wenn nicht sogar unmöglich -, weil sie vor lauter Angst gar nicht merken, dass man ihnen nichts tun will.

• Die Beißer
Diese Tiere beißen zu, sobald sich ihnen ein Mensch auch nur nähert. Das tun sie aus Selbstschutz. Eine Vertrauensbasis zu schaffen, ist nur in Ausnahmefällen und nach Jahren der Geduld möglich (meist erst im fortgeschrittenen Alter), da die Tiere niemals vergessen können, was ihnen angetan wurde.



Darüber hinaus können noch andere Verhaltensstörungen auftreten: 

» exessives in der Ecke scharren
» im Kreis laufen (Stallkoller)
» Gitternagen, bis zur völligen Erschöpfung
» Beißen
» Apathie
» Fressunlust
» Aggression gegenüber Artgenossen
» Protestpinkeln
» Streufressen
» Rasieren (sich selbst oder Artgenossen das Fell ausrupfen)


Diese Verhaltensstörungen werden unter Anderem durch zu kleine Gehege, mangelnde Sozialierung (zu frühes Trennen vom Muttertier) und Einzelhaltung hervorgerufen. Hinzu kommen vom Menschen zugefügte Schmerzen.

Die mangelende Sozialisierung zeigt sich oftmals erst im weiteren Verlauf der Haltung. Also beispielsweise bei einer Vergesellschaftung mit neuen Tieren. Hat sich das Tier mit den bisherigen Artgenossen immer gut verstanden, wird es im Angesicht neuer, fremder Kumpels plötzlich zur rasenden Bestie. Sowas muss nicht zwangsläufig passieren, kann aber. 

 

Zwischen dem Zeitpunkt, ab dem die Tiere die Augen öffnen und dem Absetzen von der Mutter lernen die Jungtiere unglaublich viel. Ein Jungtier braucht seine Mutter nicht nur, weil sie es säugt. Sondern auch, weil sie ihm viel beibringt. Beispielsweise, wie man welches Futter sucht und frisst, was überhaupt genießbar ist. Wie man sich mit jüngeren, gleichaltrigen und älteren Artgenossen auseinander setzt und manchmal sogar, wie man sich dem Menschen gegenüber verhalten sollte. In dieser Lebensphase üben Jungtiere mit ihren Geschwistern auch verschiedene, für das spätere Leben extrem wichtige Verhaltensweisen. Beispielsweise wird gerauft und so für später erprobt, wie man Rangkämpfe austrägt. Wann man aufhören muss, wenn der Unterlegene schreit oder flieht. Woran man erkennt, ob der Kontrahent überhaupt auf einen Kampf aus ist oder bereits "kleine Brötchen backt", wie man so sagt. Auch das Sexualverhalten wird erprobt. Dominanz- und Unterwerfungsgesten werden ausgetestet. Fehlt all dies können die Tiere sich im späteren Leben nur sehr schwer oder gar nicht untereinander verständigen. 


Ich bezeichne Zooladentiere oft als "charakterliche Collateralschäden", denn das sind sie. Oft gibt es Probleme, indem sie Aggressionen ihren Menschen gegenüber zeigen bzw. absolut kein Vertrauensverhältnis aufbauen können oder aber zu schweren Aggressionen gegenüber fremden, aber auch bereits vertrauten Artgenossen.

Ein Mensch würde nach so viel erlebten Grausamkeiten einen Therapeuten brauchen. Zooladentiere bekommen so einen nicht. Von ihnen wird verlangt, dass sie funktionieren, zahm sind, sich ihres Lebens freuen.

Besonders bei Ratten konnte jedoch beobachtet werden, dass sie, egal wie gut es ihnen jetzt im neuen Zuhause auch gehen mag, niemals vergessen können und die Angst vor dem Menschen und die Angst, Schmerzen erleiden zu müssen, jederzeit präsent ist.

Holt man sich ein Tier aus dem Zooladen, muss man damit rechnen, ein psychisch völlig zerstörtes Tier zu erhalten, das keine normalen, seiner Art entsprechenden Verhaltensmuster mehr zeigen kann

 

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