Konstruktive Kritik ist jederzeit ausdrücklich erwünscht. Wenn auch du Verbesserungsvorschläge hast oder etwas nicht so gut findest, schreib's einfach an zooladenprojekt@email.de.

 

Aber wie es im Bereich Tierschutz immer so ist - und beim Thema Lebendtierverkauf sowieso - kommt man früher oder später in die strenge Kritik. Dieses Projekt wurde vom ersten Moment an von vielen Seiten torpediert. Zum Einen natürlich von Fans des Lebendtierverkaufes. Das sind erstaunlicherweise nicht nur Zoohändler und Mitarbeiter selbst, sondern sogar (ja, man glaubt es kaum) langjährige Tierschützer.

 

Auf dieser Unterseite möchte ich Stellung zu verschiedenen Kritikpunkten beziehen.

 

 

"PETA ist eine sehr unseriöse Organisation. Wie kannst du das Zooladenprojekt mit PETA-Videos pflastern?"

 

In diesem Fall muss ich sagen, dass diese Kritik berechtigt war. Auch ich bin kein Fan von PETA und ihren Methoden. Dabei beziehe ich mich nicht auf diesen einen von den Medien plattgetretenen und mittlerweile echt ausgelutschten Bericht über vergaste Sittiche in den USA, sondern auf die Art und Weise, wie PETA vorgeht. Da PETA selbst auch weiß, wie es um sie und ihren Ruf steht, denke ich aber, dass da in Kürze ein Umdenken stattfinden kann. Bis dahin habe ich alle PETA-Videos und -Quellen von meiner Seite entfernt und werde auf eine Zusammenarbeit verzichten. 

"Die Bilder von der Zuchtfarm sind geklaut. Man findet sie hundertfach im Internet!"

 

Nein, ich habe diese Bilder nicht geklaut. Im Gegensatz zu vielen anderen Seitenbetreibern habe ich von der Urheberin dieser Bilder - Carla - die schriftliche Genehmigung eingeholt, die Bilder für dieses Projekt nutzen zu dürfen. Ich habe sie nach wochenlanger Recherche in einem britischen Rattenforum ausfindig machen und fragen können. Dass diese Bilder hundertfach im Internet zu sehen sind, ist richtig. Nur ein Bruchteil aller Leute haben aber auch eine Erlaubnis von Carla, sie nutzen zu dürfen. Auf Nachfrage zeige ich die Erlaubnis zum Nutzen der Bilder gerne vor.

"Die Seite ist nicht ansprechend gestaltet."

 

Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Ich denke, dass blinkende Bildchen, Glitzersternchen und reißerische Schock-Banner dieser Seite sowohl ihre Seriösität, als auch ihren Reiz nehmen würden. Ja, diese Seite ist schwarz-weiß und sehr einfach gehalten. Das Projekt soll aufklären, nicht schön sein. Es soll Informationen bieten und keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Ich möchte auch bitten, von Angeboten Abstand zu nehmen, diese Seite für mich gestalten zu wollen. Das ist sehr nett, aber unnötig. 

"Die Erfahrungsberichte haben eine mangelhafte Rechtschreibung. Das wirkt unseriös."

 

Der Meinung, dass eine mangelhafte Rechtschreibung unseriös wirkt, muss beigepflichtet werden. Nicht nur bei Erfahrungsberichten, sondern im Allgemeinen. Leider ist es notwendig, die Erfahrungsberichte genauso zu veröffentlichen, wie sie eingesandt werden, um ihre Glaubhaftigkeit zu belegen.

 

So wirr das auch klingen mag, gab es nach den ersten (rechtschreibtechnisch berichtigten) Erfahrungsberichten im Jahr 2010 einige Kritiker, die dem Projekt vorwarfen, sich die Erfahrungsberichte selbst auszudenken. Die Begründung für diesen Vorwurf war, dass nicht jeder Berichterstatter eine perfekte Rechtschreibung haben könne. "Dazu braucht man sich nur mal im Internet umzusehen", hieß es. 

 

Auch der Einsender eines Erfahrungsberichtes beschwerte sich im Nachhinein, dass das Projekt seine Rechtschreibung berichtigt habe. Dies sei eine Verfälschung des Textes und damit sei er nicht einverstanden.

 

Dass die Erfahrungsberichte also exakt genauso veröffentlicht werden, wie sie uns zugesandt werden, liegt daran, dass das Projekt damit einerseits rechtlich auf der sicheren Seite ist und andererseits die Echtheit der Berichte damit belegt. 

"Flyer und Infomaterial, sowie Umfragen sind nicht professionell gestaltet."

 

Dieses Projekt finanziere ich zu 100 % aus eigener Tasche. Informationen sollten für jedermann kostenlos sein - und zwar immer. Dies soll auch so bleiben. Im Jahr kostet mich das Projekt - je nachdem, was ansteht - ungefähr 100-200 Euro. Diese bezahle ich sehr gerne aus eigener Tasche. Aber es bedeutet auch, dass nur wenig Geld für die Gestaltung von Flyern und Infomaterial durch Profis vorhanden ist. Natürlich wäre es schön, eine professionelle Umfrage zum Thema Lebendtierverkauf für 799 Euro im Jahr zu haben, die für die Befragten sehr bedienfreundlich ist und jedes Wenn und Aber berücksichtigt. Leider fehlt dafür das Geld. Ich bitte deshalb um Verständnis dafür, dass nicht alles perfekt ist und professionell wirken kann. Wenn dir etwas auffällt, das verbessert werden kann, sprich mich bitte direkt darauf an. Ich ändere es gerne, wenn ich es ändern kann.

"Bitte nimm das "Züchter-Märchen" raus."

 

Damit ist gemeint, ich soll bei den Alternativen seriöse Züchter nicht als Quelle aufführen. Die Sache ist eigentlich ganz einfach: Seit Jahrzehnten "bekämpfen" Züchter und Notfallvermittler sich. Dass jemand beide Seite unterstützenswert findet, passt nicht in ihre schwarz-weiße Welt. So fordern also die Notfallvermittler, ich solle das "Märchen der seriösen Züchter" entfernen und die Züchter fordern, ich solle darauf hinweisen, wie viele schwarze Schafe es unter den Notfallvermittlern gibt und dass alle Notis komplett gestörte Monster sind, die nur in erfahrene Hände gehören. 

 

Beides ist ein Stück weit richtig: Es gibt unseriöse Vermehrer und es gibt unseriöse Notfallvermittler. Aber das ist nicht das Thema dieser Seite! Darüber könnte man eine ganz eigene Seite gestalten. Daher schlage ich euch vor: Gestaltet jeweils so eine Seite. Eine gegen Züchter und eine gegen Notfallvermittler. Und ich verspreche, dass ich eure beiden Seiten jeweils auf der Unterseite "Alternativen" verlinken werde, so dass der Leser sich völlig unvoreingenommen eine eigene Meinung bilden kann. Denn das ist fair! Das und nichts anderes.

 

Mal angenommen, ich entferne "das Märchen vom seriösen Züchter" aus dem Projekt. Das bedeutet nicht, dass die Leute fortan keine Tiere mehr beim Züchter kaufen. Im Gegenteil: Da es ihnen an Informationen fehlt, wie man seriöse von unseriösen Züchtern unterscheidet, werden sie auf den nächstbesten Vermehrer herein fallen. Dieses Projekt soll aber aufklären und helfen, schlechte Quellen für Tiere langsam "austrocknen" zu lassen, so dass sie keinen Absatz mehr haben. 

 

Ja, mein Herz schlägt auch für Notfellchen. Mein Gott, wie es für sie schlägt! Und ich würde nie Tiere von einem Züchter kaufen. Aber das verbietet es mir nicht automatisch, über den Tellerrand hinweg zu schauen. Und einigen von euch würde das auch mal ganz gut tun. Ich werde mich mit diesem Projekt nicht auf irgendeine Seite (weder die der Züchter, noch die der Notfallvermittler) schlagen, denn dieses Projekt ist kein Kriegsschauplatz für jahrzehntelange Fehden

"Kritik ist hier ja unerwünscht."

 

Nein, Kritik ist ausdrücklich erwünscht! Auf Verbesserungsvorschläge bin ich angewiesen. Was unerwünscht ist, sind Beschimpfungen, Beleidigungen oder der Versuch, mich zu einem Zooladen-Fan umzupolen. Unerwünscht ist es, mich Nachts auf dem Festnetz anzurufen und mir zu drohen, mich "abzustechen". Es ist ebenso unerwünscht, meine Familie zu bedrohen oder mir unflätige SMS zu schicken. 

Wenn man aber konstruktive Kritik und/oder Verbesserungsvorschläge hat, sind diese herzlich willkommen. Bitte schreibt mir dann eine E-Mail über das Kontaktformular und ich werde sehen, wie ich sie umsetzen kann.

 

Ach und nebenbei erwähnt: Es bringt nichts, die Verbesserungsvorschläge in einem Forum oder einer Facebookseite anzusprechen, auf der ich gar nicht mitlesen kann. 

"Die Zuchtfarmbilder zeigen die Anlage eines seriösen Züchters aus den Niederlanden."

 

Ich denke, die Bilder selbst sagen jedem mit ein bisschen Verstand schon von allein, dass dieser Züchter nicht seriös sein kann. Niemand, der seine Tiere liebt, hält und behandelt sie so. Ja, es ist sauber dort. Ja, es ist alles auf Funktionalität ausgerichtet. Aber eben auch auf Quantität. Möglichst viele Nachkommen, mit möglichst geringem Aufwand, in möglichst kurzer Zeit, für möglichst wenig Geld. Seriös? Nein! 

Bekannt? Ja! 
Dieser Züchter ist in der Zuchtszene tatsächlich bekannt. Und ja, er gewinnt regelmäßig Preise für seine Showtypen. Den Namen werde ich nicht nennen, denn das Projekt wäre dahin, würde es in den strafrechtlichen Bereich abrutschen (es sei denn, der Betreffende wünscht seine Namensnennung ausdrücklich).  

"Vielleicht sollte man mit den Zoohändlern mal das Gespräch suchen und sie bitten, die Umstände in den Läden zu verbessern."

 

Es wäre großartig, wenn es so einfach wäre. Aber leider ist es das nicht. Zoohändler haben vor allem eins im Blick: Den Umsatz! Vom Umsatz hängt alles ab. Ob die Geschäfte bestehen bleiben, ob die Mitarbeiter ihre Jobs behalten können usw. Der durchschnittliche Zoohändler interessiert sich nicht im Geringsten dafür, wie es den Tieren geht, die bei ihm zum Verkauf stehen. Daher sind auch Gespräche - egal, wie man diese anfängt - leider nicht von großem Erfolg gekrönt. In den wenigen Fällen, in denen ich es gewagt habe, wurde Besserung gelobt. Aber nie umgesetzt. Oder der entsprechende Verantwortliche gab einen Monolog zum Besten, der von zu wenig Personal handelte und davon, dass nicht genügend Umsatz erwirtschaftet worden sei, um extra dafür Personal einzustellen oder gar die Gehege im Geschäft zu verbessern.

 

Darüber hinaus aber, haben solche Gespräche vor allem deshalb keinen Sinn, weil das Ziel des Projektes nicht die Verbesserung der Lebensumstände der Tiere im Laden ist. Sondern die Abschaffung des Lebendtierverkaufs im Allgemeinen. Denn Tiere sind eine Ware, solange sie in Geschäften als solche angeboten werden. Dies ist eine unabstreitbare Tatsache, die wir Tierfreunde und Tierschützer so nicht hinnehmen dürfen! 

Ich sage nicht, dass diese Gespräche falsch wären. Auch dann, wenn sie keinen Nutzen haben, kann und sollte man es versuchen. Und auch ich tue das, wenn ich - was selten vorkommt - ein Geschäft mit Lebendtierverkauf betrete. Aber man darf auch nicht enttäuscht sein, wenn es zu nichts führt. 

"Das Projekt schert alle Zoohandlungen über einen Kamm."

Diesen Satz habe ich schon so oft gehört, dass man meinen könnte, ich träume nachts davon. Aber um nochmals Stellung dazu zu beziehen:

Ja, das Projekt schert alle Zoohandlungen mit Lebendtierverkauf über einen Kamm.

Nein, ich weiß sehr wohl, dass nicht jede Zoohandlung ihre Tiere von einer holländischen Zuchtfarm bekommt. Und ja, ich weiß auch, dass nicht jede Zoohandlung ihre Tiere in Mini-Glas-Knästen vor den Käufern präsentiert. Ich weiß auch, dass manche Mitarbeiter sich bei der Kundenberatung im Sinne der Tiere sehr große Mühe geben und hin und wieder auch mal ablehnen, ein Tier zu verkaufen, wenn die Umstände im neuen Zuhause nicht stimmig sind. Ich gebe zu, dass ich das an einigen Stellen unbedingt noch mehr herausarbeiten und loben muss.

Aber in den Mehrheit aller Fälle ist es eben leider nicht so. Jene Zoohandlungen mit Lebendtierverkauf, in denen oben genannte Pluspunkte greifen, sind sehr, sehr selten

Abgesehen davon - und das ist der Grund, weshalb ich sie alle über einen Kamm schere - ist ein Lebendtierverkauf ein Lebendtierverkauf. Bedeutet, es ist ein Handel mit einer Ware. Findet ihr das in Ordnung? Es werden Tiere bestellt (ob jetzt auf einer Zuchtfarm oder bei einer Privatperson ist ja erstmal gleich), präsentiert und verkauft. Sie werden verpackt und gehen gegen Geld über den Ladentisch. Man bekommt einen Kassenbon, auf dem ein Lebewesen mit einem Preis steht! Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen. 

 

Ein atmendes Lebewesen, mit zwei Augen, einem Näschen, einem Puls, mit Blut in den Adern, wie wir es haben. Ein Lebewesen mit einem Herz, einer Seele, einem eigenen Charakter. 

 

Es ist definitiv falsch, dass mit Lebewesen ein Handel betrieben wird. Es ist falsch, Lebewesen als Ware zu betrachten. Ganz egal, wie sie gezüchtet, gehalten oder behandelt werden. Es ist falsch, Lebewesen in einem Geschäft als Ware feil zu bieten, wie einen Sack Kartoffeln. 

 

Und in dem Punkt sind alle Lebendtierverkäufe gleich. Auch dann, wenn sie ihre Tiere vielleicht besser halten, als andere. Auch dann, wenn die Mitarbeiter die Kunden im Sinne der Tiere beraten. Auch dann, wenn die Tiere nicht von einer Zuchtfarm kommen, sondern von einer Privatperson vermehrt werden. Dass das Tier immer noch eine Ware ist, bleibt das Hauptproblem. Und deshalb ist der Lebendtierverkauf in allen Zoohandlungen gleichermaßen eine schlechte Sache. 

 

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