Nur wenige Kunden wissen, wo die Tiere, die in der Zoohandlung verkauft werden, herkommen. Entweder, sie haben ihre ganz eigene Vorstellung davon oder es interessiert sie nicht. 

Dabei gibt es drei Möglichkeiten:

1. Herkunft: Zuchtfarm

Zuchtfarmen gibt es vorwiegend in den Niederlanden. Das liegt daran, dass die Tierschutzgesetze dort nicht so streng sind. Dort können ohne gegen ein Gesetz zu verstoßen, mit geringen Kosten, große Mengen an Tiere gezüchtet/produziert werden.

Aber auch hier in Deutschland gibt es zumindest eine große Zuchtfarm. Auf diesen Zuchtfarmen hocken die "produzierenden Tiere" (also die Elterntiere) in Boxen, wo sie sich dann paaren und Babys zur Welt bringen. Auf diesen Farmen zählt Quantität, nicht Qualität. Wichtig ist, den Kunden - in dem Falle die Zoohandlungsketten - möglichst schnell möglichst viele Tieren, in möglichst vielen Variationen, zu verkaufen.

 

Inzucht, Genetik, Vererben von Krankheiten - all das sind Punkte, die bei der Vermehrung der Tiere nicht beachtet werden. 

Die Tiere sind Gebärmaschinen und werden, wenn sie keine Kraft mehr haben, weitere Jungtiere groß zu ziehen, einfach entsorgt.

Auf dem Transport in die Zoohandlungen kann es in den Boxen, die im Transporter gestapelt werden, durchaus zu Verletzungen oder Verlust von Gliedmaßen kommen, wenn Pfötchen oder Schwänze heraushängen. 


Die Jungtiere werden mit 2-3 Wochen von den Müttern getrennt (normalerweise müssen sie bis zur 4. bis 6. Woche [je nach Tierart] bei der Mutter bleiben), um im Laden den Niedlichkeitseffekt, den Tierbabys auslösen, auszunutzen. Mangels Sozialisierung kommt es dann im neuen Zuhause früher oder später zu Verhaltensstörungen.

Ende 2009 wurden 26.000 Tiere aus einer internationalen Firma beschlagnahmt. Die Firma namens US Global Exotics galt bis dahin als seriöse, millionenreiche Zuliefererfirma für Zoohandlungen. 

 

Übrigens: Die oben gezeigten Bilder von Carla sind nicht gestohlen. Das Zooladenprojekt holte am 14. Juli 2008 die schriftliche Erlaubnis von Carla ein, die Bilder verwenden zu dürfen. Auf Wunsch wird diese gerne vorgezeigt. Des Weiteren wird dem Projekt häufig vorgeworfen, den Namen der dargestellten "namhaften Zucht" in den Schmutz ziehen. Jedoch erwähnt das Projekt keinem einzigen Wort dessen Namen und hält sich somit natürlich an geltende, deutsche Gesetze. Wenn der Betreiber dieser Zuchtfarm es persönlich wünscht, schreibe ich den Entstehungsort der Fotos aber selbstverständlich sehr gerne dazu. 

 

 

2. Herkunft: Vermehrer


Fragt man in einem Laden tätsächlich mal nach, ist die Antwort immer dieselbe: "Wir bekommen unsere Tiere von einem kleinen, ganz tollen Züchter." Komisch, dass in jedem Laden die Antwort exakt die gleiche ist, nicht? Man könnte beinahe meinen, die Angestellten hätten diese Antwort auswendig gelernt und jederzeit parat.

Diese "kleinen, ganz tollen Züchter" sind in der Regel Menschen, die mit dem Vermehren und dem Verkauf der Tiere Geld verdienen wollen. Dabei haben sie weder Zeit, noch Lust, sich mit der Genetik oder sonstigen für die anständige Zucht relevanten Themen auseinander zu setzen. Auf diese Weise haben sich schon sehr viele Erb- und Infektionskrankheiten weiterverbreitet. Kuhpocken, Leptospirose, Leukose und bei Farbmäusen das MMTV. EiN Virus, das für die Entstehung von Gesäugetumoren verantwortlich ist. All diese Dinge kann man von außen nicht sehen. Vermehrer, die Zoohandlungen mit Tieren beliefern, achten nicht auf so etwas oder sie kennen sich nicht ausreichend mit den Tieren aus, um es zu bemerken bzw. zu vermeiden.

Auch bleiben bei Vermehrern Punkte wie blutsfremde Eltern und gute Sozialisierung völlig außen vor. Die Tiere enstammen in der Regel winzigen Käfigen, die nicht selten in den Kinderzimmern stehen und als alternativer Zeitvertreib für die Kinder dienen. Sie sind Kinderspielzeug und wenn es zu viele werden, werden sie an den Zooladen abgegeben. Manchmal bekommen die Vermehrer Geld dafür, manchmal Einkaufsgutscheine. Aber in jedem Fall werden sie den Überschuss gut los. Und der Zoohändler bzw. dessen Mitarbeiter wahren das Märchen von dem "kleinen, ganz tollen Züchter". 

Dabei würde ein seriöser Züchter seine Nachzuchten niemals an einen Zoohändler verkaufen. Denn ein seriöser Züchter gibt seine Tiere nur mit Schutzvertrag ab und sucht sich die neuen Besitzer für seine Nachzuchten immer selbst aus. Niemals würde ein seriöser Züchter seine Babys in Glaskästen setzen und von irgendwem befingern lassen, ohne Einfluss darauf zu haben, wer diese Babys kauft und ob sie in eine artgerechte Haltung kommen oder nicht.

Menschen, die das alles in Kauf nehmen und sogar mit Absicht tun, sind geldgierige Vermehrer ohne Gewissen.

Manchmal handelt es sich bei den "kleinen, ganz tollen Züchtern" auch einfach um Großhändler. Sie sind Zwischenhändler, die die Tiere von den Zuchtfarmen kaufen, bei sich zwischenlagern und danach auf die Endverbrauchermärkte (also die Zoohandlungen) weiterverteilen. Und mit zwischenlagern ist wirklich ein Lagern gemeint. Die Tiere werden gestapelt, aufbewahrt und auf Bestellung ausgeliefert. 


3. Herkunft: Laden-Nachzuchten

Man nehme zwei Makrolonboxen (jeweils mit 4 Weibchen und einem Männchen) und stapel sie im "Quarantäneraum", allgemein auch bekannt als "hinten". Und nur wenige Wochen später hat der Zooladen eigene Nachzuchten. Auch hier wird ohne Sinn und Verstand, ohne Genetikwissen oder ähnliche wichtige Punkte vermehrt. Wichtig ist nur, dass die Tiere sich schnell und kostengünstig vermehren und möglichst niedlich aussehen. 

Gerne werden von Zoohändlern auch absichtlich Pärchen an den Kunden verkauft. Im Verkaufsgespräch wird extra dazu gesagt, dass der Nachwuchs - sollte welcher kommen - kostenlos zurück gegeben werden darf. Dies tun die Zoohändler, um mit dem Verkauf von 2 Tieren gleich den 20-fachen Gewinn einzufahren. Denn die Babys, die die verzweifelten Käufer dann dankbar zurück bringen, landen natürlich ebenfalls im Verkauf.

Die Zoohändler sparen Platz, Geld und Zeit, denn die Arbeit mit der Aufzucht und den dafür notwendigen Platz, Futter und eventuelle Tierarztkosten tragen ja die Kunden, bis die verkaufsfertigen Babys dann wieder im Laden landen.

Kann dies nachwiesen werden, ist das Betrug und sollte dringend zur Anzeige gebracht werden!


Dass Zoohändler gern lügen, was die Herkunft und die Behandlung der Tiere angeht, kann man am Fall Zajac gut sehen: Im März 2012 kippte in Schifferstadt ein Transporter mit 113 Hundewelpen aus Tschechien und der Slowakei um. Die Welpen waren für Zoo Zajac gedacht (denn es gibt nur eine Zoohandlung in Deutschland, die Hunde verkauft und das ist Zajac).

 

(zum Vergrößern bitte anklicken)

Dabei gab Norbert Zajac gegenüber der Presse an, er kaufe Welpen nur in Deutschland und auch nur aus seriösen Quellen.

In der Pressemitteilung hieß es damals, die Hunde hätten alle notwendigen Papiere und seien geimpft und gechipt. Heute weiß man, dass dies nicht der Fall war. Wie man in der Rhein-Main-Presse nachlesen konnte, wurden die Welpen nicht nur viel zu früh von ihrern Mütter getrennt, sondern waren auch ungeimpft. Parvovirose raffte einige der Hunde dahin.

Zudem waren Räude und Demodex-Milben das Ergebnis wahllos zusammengewürfelter Welpen, die für "einen deutschen Zoohändler" mit Welpenverkauf geliefert wurden. 

Am 5. Januar 2013 sendete VOX einen Bericht darüber, dass kaum ein Jahr nach dem Unfall mit dem Lastwagen 40 % der damaligen Welpen gestorben seien - weil sie keinen Impfschutz hatten.




An diesem furchtbar traurigen Fall sieht man mal wieder, in welcher Form die Tiere leiden müssen - schon lange bevor sie in den Zoohandlungen sitzen. Übrigens: Ein Großteil der Tiere war sehr krank. Sowohl Leukose, als auch hochinfektiöse (auch für Menschen), meldepflichtige Parasiten wurden bei ihnen festgestellt. Da beides erstmal nicht auffällt, hätten Kunden diese Tiere gekauft und sich somit einen Riesenhaufen Probleme ins Haus geholt. 

Lebendtierverkauf-Fans argumentieren oft damit, dass es okay ist, Tiere in einer Zoohandlung zu kaufen, wenn sie dort artgerecht gehalten werden. Und ja, es ist sicher angenehmer für die Tiere, wenn die Zoohandlungen aufwendige und teure Gehege bauen lassen und artgerecht einrichten.

Aber allein an diesem Fall sieht man ja, dass es bis in ein möglicherweise einigermaßen artgerechtes Gehege schon ein sehr langer Leidensweg ist, der die Tiere für den Rest ihres Lebens völlig verstören kann - und wenn man sich die Fotostrecke des Berichtes ansieht, wäre ein Unfall für ein Trauma gar nicht mehr nötig gewesen...

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Ein weiterer Fall ereignete sich am 1. Juni 2015, auf der A2 bei Lehrte. Ein tschechischer Kleintiertransporter verunglückte, indem er auf ein Stauende auffuhr. Er transportierte neben etlichen Kleintieren auch noch 450 l Benzin. 

 

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Quelle: www.neuepresse.de

 

Einer Quelle auf Facebook zufolge, soll der Transport kurz nach dem Unfall mit einem anderen Wagen in Richtung England weiter gegangen sein. 

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